Natasha A. Kelly, Millis Erwachen, Zwischen den Zeilen gelesen 642 295 hereandblack

Natasha A. Kelly, Millis Erwachen, Zwischen den Zeilen gelesen

Vortrag/Screening und Gespräch

Die Arbeit von Natasha A. Kelly war vom 23.02. bis 14.04. im E-Werk zu sehen im Rahmen der Ausstellung Schwarze Frauen, Kunst und Widerstand: Changes in Direction. Wer Millis Erwachen, Kellys wunderbaren Film über acht Schwarze deutsche Künstlerinnen noch einmal sehen möchte hat dazu Gelegenheit und kann zudem Natasha A. Kelly selbst hören. Sie kommt zum Vortrag/Screening und Gespräch ins E-Werk. Mit auf dem Podium sind Nisma Bux-Cherrat (Here and Black) und Prof. Dr. Manuela Boatcă (Institut für Soziologie), auf Einladung des E-Werk und des Seminars für Soziologie.

Am Dienstag, den 28. Mai 2019 um 19:00, E-Werk, Kammertheater, Eschholzstr. 77, 79106 Freiburg. Der Eintritt ist frei.

Natasha A. Kelly, Millis Erwachen, 2018, Filmstill, Maciré begenet „Milli“ im Kunsthaus Bremen, Foto: Marc Doradzillo

Vortrag Natasha A. Kelly, Millis Erwachen, Zwischen den Zeilen gelesen

In den als Klassiker geltenden Werken vieler Expressionisten wurden Schwarze Frauen seit jeher als »Objekte der Begierde« dargestellt. Der Maler Ernst Ludwig Kirchner (1880 – 1938) beispielsweise suchte zur Blütezeit des deutschen Kolonialismus weniger die Anatomie des Frauenkörpers zu erforschen. Vielmehr ging es ihm um die vermeintliche »Naturgebundenheit« seiner Motive. 1911 malte er die »Schlafende Milli« nackt auf einer Couch liegend. Als Inspirationsquelle ließ er nur die eigene Potenz gelten. Zahlreiche Kunsthistoriker*innen nehmen die Ästhetik und die Sexualfantasien von Kirchner in den Fokus ihrer Analysen. Natasha A. Kelly geht in ihrem Vortrag anhand ihres eigenen Films auf die Gedanken- und Gefühlswelt von Kirchners „Muse“ ein und lässt sie sinnbildlich erwachen: Was sagen Kirchners Darstellungen über das Leben und Leiden von Milli aus? Welche kolonialen Kontinuitäten wirken bis heute nach? Und was können wir daraus lernen?

Dr. Natasha A. Kelly (*London/ lebt in Berlin) arbeitet als Kommunikationssoziologin in den Forschungsbereichen Post-/Kolonialismus, Feminismus und transdisziplinäre Geschlechterstudien. Sie ist als Autorin, Dozentin und Kuratorin tätig und engagiert sich seit vielen Jahren in der Schwarzen deutschen Community. Sie hat mehrere Bücher publiziert, darunter Natasha A. Kelly, Afrokultur, der raum zwischen gestern und morgen, 2018. Soeben erschienen ist Natasha A. Kelly (Hg.), Schwarzer Feminismus: Grundlagentexte, 2019. Ihr Debütfilm »Millis Erwachen« wurde 2018 auf der 10. Berlin Biennale gezeigt.

Der Vortrag/das Screening findet auf Einladung des E-Werk und des Instituts für Soziologie der Albert-Ludwigs-Universität, Freiburg statt.